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Leitlinien der Gesellschaft für Informatik für mehr Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit

Präambel

Die Satzung der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) sieht die Förderung von in der Informatik tätigen Frauen mit dem Ziel ihrer faktischen Gleichstellung als eine besondere Aufgabe des Vereins vor (§ 2 Ziffer 2.2.4 der GI-Satzung).

Um diesen Zweck in breiterem Umfang aktiv innerhalb des Vereins umzusetzen, verabschiedet die GI die nachfolgenden internen Gleichstellungsrichtlinien. Die Leitlinien werden vom Vorstand und Präsidium beschlossen und in der Umsetzung unterstützt.

Durch eine gemeinsame jährliche Think-Tank-Sitzung mit Mitgliedern der Präsidiums, des Vorstands und der Geschäftsstellen der GI kann dafür Sorge getragen werden, dass Kreativität und innovative Ideen in die Ausgestaltung dieser Leitlinien einfließen und ein gemeinsames Verständnis für Belange der Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeit der GI erarbeitet wird.

Mithilfe der Leitlinien sollen die im Positionspapier zur Gendergerechtigkeit festgelegten Ziele umgesetzt und evaluiert werden. Ausführungen und Verweise auf wissenschaftliche Studien zu Aspekten dieses Papiers sind in den FAQ aufgearbeitet, die laufend erweitert werden.

Gremien

Die Gesellschaft für Informatik strebt eine Geschlechterquote von mindestens 30% für den Vorstand und das Präsidium an. Durch die kontinuierliche Arbeit der entsprechenden Gremien und der Geschäftsstelle werden geeignete Kandidatinnen und Kandidaten gefördert. Der Vorstand, das Präsidium und die Geschäftsstelle sollen regelmäßig darlegen, welche Maßnahmen zum Erreichen der Geschlechterquote getroffen werden und ggf. eine Erklärung für die Gründe des Nichterreichens abgeben.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Kandidat*innenlisten, der durch Wahl zu vergebenden Sitze im Präsidium mindestens je 30 % Frauen und Männer aufweisen. Im Falle des Nichterreichens der Geschlechterquote bleiben Plätze auf der Wahlliste unbesetzt bis geeignete Kandidatinnen bzw. Kandidaten gefunden wurden.

In den Leitungsgremien der Gliederungen wird angestrebt, mindestens den Anteil der Frauen in der Mitgliedschaft der jeweiligen Gliederung als Geschlechterquote zu erreichen. Es sollen jedoch Steigerungsziele gesetzt und die Umsetzung mit Hilfe der Geschäftsstellen und der Vereinsgremien unterstützt werden.

Die Ziele für alle Gremien der GI sollen vom AK Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit mithilfe der Geschäftsstellen kontinuierlich evaluiert werden, um insbesondere den Anteil von Frauen in Leitungsgremien zu steigern. Hilfsangebote wie z.B. Expert*innenprofile werden erarbeitet, um die Ansprache geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten zu erleichtern.

Veranstaltungen

Bei von der GI ausgerichteten Veranstaltungen wird hinsichtlich der eingeladenen Rednerinnen und Redner die Ausgewogenheit der Geschlechter angestrebt. Die Organe und Gliederungen der GI sollen bei von der GI ausgerichteten Veranstaltungen nur geschlechtergemischte Podien oder Foren anbieten.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GI-Geschäftsstellen sowie GI-Mitglieder, die zur aktiven Teilnahme an externen Veranstaltungen eingeladen sind, sollen darauf hinwirken, dass die Veranstalter die Geschlechtergerechtigkeit beachten, z.B. bei Einladungen zu Podien und Foren könnten die Veranstalter gebeten werden, dass diese möglichst geschlechtergemischt besetzt werden.

Um die Expertise von Frauen in der GI sichtbarer zu machen und um Expertinnen leichter ansprechen zu können, soll ein Referentinnenpool identifiziert und aufgebaut werden. Diese Ressource soll explizit genutzt werden, um Frauen als Rednerinnen (Expertinnen, Interviewpartnerinnen, Diskutantinnen) und für Positionen in Gremien anzusprechen.

Expert*innenprofile

Es besteht seit Ende 2019 für alle Mitglieder der GI die Möglichkeit, im Mitgliederbereich ein Expertenprofil anzulegen. Diese Profile sollen genutzt werden, um die Expertise von Mitgliedern in den Fachbereichen und Fachgruppen sicht- und auffindbar zu machen und es erleichtern, Fachexpertinnen für Veranstaltungen, Presseanfragen und andere Aktivtäten der GI anzusprechen, um so die Diversität der Informatik auch in der Außendarstellung der GI abzubilden.

Die Expertenprofile sollen auf den Webseiten der Fachbereiche und Fachgruppen veröffentlicht werden.  Die Fachgliederungen sollen in der Auflistung von Expertinnen und Experten im jeweiligen Themenbereich auf die Ausgewogenheit der Geschlechter achten. Falls notwendig sollen mit Unterstützung der Fachgruppe Frauen und Informatik und des AK Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit geeignete Fachexpertinnen identifiziert werden.

Mentoring

Es wurde ein Mentoringprogramm für GI-Mitglieder entwickelt und aufgebaut. Im Mentoringangebot wird darauf geachtet, dass sowohl weibliche Mentorinnen als auch weibliche Mentees angesprochen und bei der Umsetzung unterstützt werden um so in den Austausch mit nahbaren Vorbildern aus Wissenschaft und Praxis zu treten. So wird nach Möglichkeit der Beteiligten daran gearbeitet, die Aktivität, Anzahl und Sichtbarkeit der weiblichen Mitglieder zu erhöhen und Neumitglieder über dieses Angebot zu erreichen.

Gendergerechte Sprache und Bilder

In der Außendarstellung und der internen Kommunikationsarbeit verpflichtet sich die GI in den Organen, Gliederungen und Geschäftsstellen gendergerechte Sprache zu verwenden und die Bildsprache dahingehend zu überprüfen und auszuwählen. Dafür sollen entsprechende Leitfäden geschaffen und kommuniziert werden. 

In den FAQ werden gendertypische Stereotype und Vorurteile über die Informatik thematisiert und aufgearbeitet. Die derzeitige GI-Leitlinie zur geschlechtergerechten Sprache aus dem Jahr 1999 wird überarbeitet und aktualisiert.

Vernetzung 

Es sollen niederschwellige Möglichkeiten aufgezeigt und geschaffen werden, wie die Frauen in der GI (mit-)gestaltend arbeiten können. Dies wird durch Analyse- und Kommunikationsmöglichkeiten unterstützt, in denen die weiblichen Mitglieder die Möglichkeit bekommen, genderspezifische Bedarfe zu äußern (z.B. Formen der Vernetzung, Kommunikation, Information, Ressourcen). Die Ergebnisse einer solchen Analyse sollen insbesondere die Gleichstellungs- und Diversitätsmaßnahmen der GI beeinflussen. Alle bereits laufenden relevanten Aktivitäten, z.B. in Fachgruppen, Regionalgruppen und anderen Gliederungen sollen sichtbar gemacht werden.

Über bestehende und erweiterte Aktivitäten der Fachgruppe Frauen und Informatik und des AK Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit in einschlägigen Netzwerken, z.B. der Initiative Klischeefrei, soll gemeinsam mit Stakeholdern aus der Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Organisationen die Förderung von Frauen und Mädchen in der Informatik vorangebracht werden. Es sollen sowohl Frauen, die bereits engagierte Mitglieder in der GI sind, als auch neue weibliche Mitglieder und junge Informatikerinnen angesprochen werden.

Um bedarfsorientiertes Handeln zu ermöglichen, sollen die Gründe für eine Nichtmitgliedschaft in der GI analysiert werden.

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